Workshop zu TIFF, JPEG2000

Bilder und Digitalisate nachhaltig erhalten - Herausforderungen bei der Langzeitarchivierung von Bildformaten

 

Ort: ZB MED Köln

Zeit: 30.09.2015, 13-17 Uhr und 01.10.2015, 9 bis 16 Uhr

Teilnahmegebühr: 50 €

Teilnehmerbegrenzung: 40 Personen

Beschreibung des Workshops:

Retrodigitalisierung und die Langzeitverfügbarkeit der dadurch erzeugten Inhalte ist ein wichtiges Thema für Gedächtnisinstitutionen. Bildformate wie TIFF und JPEG2000 sind heutzutage häufig die erste Wahl für die dauerhafte Archivierung. Was aber ist zu beachten, um die Inhalte stabil und langfristig zur Verfügung zu stellen? Wo liegen die Unterschiede, Vorteile und Nachteile der Formate TIFF und JPEG2000? Welche Tools können zur Dateiidentifizierung, Validierung, Reparatur und Migration eingesetzt werden und welche Möglichkeiten bieten diese? Was ist bei der anschließenden Qualitätskontrolle zu beachten?

Vorträge

Tag1:

„Einführung (baseline) TIFF-Format, typische Problemfälle und Möglichkeiten zu deren Behebung“ Andreas Romeyke, Slub Dresden

"JPEG2000 als Bildformat und als eingebettetes Format in der Langzeitarchivierung" Martin Kaiser, KOST Bern

  •  Verlustfreie und verlustbehaftete Komprimierung  und der Begriff „visually lossless“: Kommt es bei der verlustbehaftete Komprimierung  wirklich zu einem Informationsverlust, oder wird allenfalls nur die Datei kleiner?
  • Verbreitung von JPEG2000: In PDF eingebettet, im Kino, auf dem Handy, in der Drohne:  Selten treffen wir bewusst auf JPEG2000-Dateien, obwohl wir in allen möglichen Zusammenhängen auf dieses Format stoßen.
  • Validieren von JPEG2000: Wie lässt sich JPEG2000 validieren, vor allem wenn es eingebettet ist?
  • Verschiedene Softwareprodukte erzeugen qualitativ unterschiedliche JPEG2000-Bilder: Die JPEG2000-Spezifikation definiert die Art der Speicherung, nicht aber den Weg bei der Kodierung und schon gar nicht bei der Komprimierung.
  • Vorschau und hochauflösendes Bild in einer Datei: JPEG2000 erlaubt aus einem hochauflösendes Bild „on the fly“ eine Vorschau zu erstellen. Dateien in unterschiedlichen Auflösungen sind nicht mehr notwendig.

Tag 2:

"Authentische Farben: Farbmanagement bei der Erstellung und Erhaltung von Bilddateien" Mario Röhrle, ABK Stuttgart

Dieser Teil der Workshops wird sich mit Fragen rund um die Erstellung und Erhaltung farbrichtiger Rastergrafiken aus analogen Vorlagen beschäftigen. Schritt für Schritt werden wir uns dabei den vermeintlichen Expertenthema »Farbmanagement« nähern. Der Einsatz des Farbmanagements ist in vielen anwendungsorientierten Bereichen heute Standard, spielt jedoch bei der Bereitstellung und Erhaltung von digitalen Bildern kultureller Institutionen noch eine untergeordnete Rolle. Indem die Vorteile des Farbmanagements für die Benutzer und Bewahrer der digitalen Bilddaten aufgezeigt sowie Lösungsansätze vorgestellt werden, will der Vortrag dazu beitragen dieses Desiderat zu beheb

  • Authentische Farben von der Eingabe bis zur Ausgabe: eine Einführung zu Farbmodellen, Farbräumen und Farbprofilen
  • Farbtreue auf allen Kanälen: Anmerkungen zu Zielgruppen, Nutzungszielen und die notwendigen Voraussetzung für die Erhaltung von Farbinformationen
  • Ohne zu stolpern: praktische Hinweise für die eigenen Arbeitsweise bei der Erstellung und Erhaltung farbrichtiger Rastergrafiken

"Bilder für die Ewigkeit: Was wird eigentlich langfristig gesichert, wenn wir eine Bilddatei aufbewahren?" Manfred Thaller, Universität Köln

  • Viele der TIFFs die JHOVE (vor allem in früheren Versionen) als nicht valide zurück gewiesen hat, sind perfekt zu verarbeiten. Warum?
  • In älteren Texten wird PNG als, da auf offengelegten Standards beruhend, sehr langzeittauglich beschrieben. Warum ist das softwaretechnisch gesehen falsch?
  • Wie sinnvoll ist die Extraktion technischer Metadaten? ALLER im NISO Standard veröffentlichten Metadaten?
  • „Und alle zehn Jahre migrieren wir in ein neues Format.“ Ist das wirklich nötig? Ist es gefährlich?

Beginnend mit diesen Leitfragen (und einigen damit verwandten) sehen wir uns an, wie Bildformate aufgebaut sind und welche potentiellen Schwachstellen sie haben. Daran knüpfen wir Überlegungen dazu, wieweit technische Prozesse menschliche Qualitätskontrollen ersetzen können. Dies betten wir ein in die Beschreibung eines Ansatzes zur automatischen Kontrolle der Stabilität des „Inhalts“ von Bildern über Formate hinweg, der vor einigen Jahren im EU Projekt PLANETS entwickelt wurde.

Praktische Arbeitsgruppen

  • Validatoren der Welt, einigt euch - Unterschiede beim Validieren von TIFF- oder JPEG2000 Dateien beim Prüfen mit verschiedenen Tools
  • JPEG2000 oder TIFF - Welches Format ist besser für Ihren Use Case geeignet? Eine Gegenüberstellung der beiden Formate
  • Simulation eines Preservation Zyklus - Sequenzielle Formatkonversionen einer Bilddatei mit Qualitätskontrollen durch geeignete Tools (Leitung: Michael Panitz, TIB)
  • JPEG2000 in verschiedenen Kompressions- und Qualitätsstufen (Leitung: Martin Kaiser, KOST)
  • tbc.

 

Der Workshop bietet zusätzlich zu den Vorträgen die Möglichkeit, die Arbeit mit Bilddaten in praktischen Übungen zu vertiefen. Hierzu sind die Teilnehmenden herzlich eingeladen, problematische Bilddateien oder Fallbeispiele mit zu dem Workshop zu bringen. Wenn zudem der Wunsch besteht, Fragestellungen der Bildarchivierung innerhalb der eigenen Institution zu behandeln, kann dies im Rahmen eines Kurzvortrags erfolgen. Es ist außerdem möglich, ein Thema für eine der praktischen Arbeitsgruppen vorzuschlagen. Melden Sie sich dazu bitte vorab bei langzeitarchivierung@zbmed.de.

Teilnehmerliste (Stand 29.09.2015)

Andreas Romeyke, Slub Dresden

Prof. Manfred Thaller, Universität Köln,

Mario Röhrle, ABK Stuttgart

Martin Kaier, KOST-Schweiz

Dr. Elisabeth Müller, ZB MED

Anja von Trosdorf, ZB MED

Michael Panitz, TIB Hannover

Franziska Schwab, TIB Hannover

Michelle Lindlar, TIB Hannover

Heike Maier, Landeshauptstadt Stuttgart, Stadtarchiv

Sebastian Hartwig, Stadt- und Kreisarchiv Nienburg/Weser

Dr. Monika Zarnitz, ZBW

Ibraim Basalamah, Stadt Köln, NS-Dokumentationszentrum

Konrad Meckel, Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar

Brigitta Frucht, Arbeiter-Samariter Bund Deutschland e. V. /Archiv

Annette Riedrich, Arbeiter-Samariter Bund Deutschland e. V. /Archiv

Hartmut Tombrock, Universitäts- und Landesbibliothek Münster

Annette Schulz, EYE Filmmuseum Amsterdam

Michael Tobegen, Staatsarchiv Hamburg

Sarah Böhlecke, Stadtarchiv Heilbronn

Fabian Cremer, Max Weber Stiftung Bonn

Till Ottinger, Universitäts- und Landesbibliothek Digitalisierungszentrum Darmstadt

Christian Appl, Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Berlin

Peter Gehle, ZB MED

Christian Kurrat, ZB MED

Thomas Gerdes, ZBW

Benny Dressel, Stadtverwaltung Zwickau

David Maus, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Michael Wenk, Archäologische Bodenforschung des Kantons Basel-Stadt

Bernd Kaleta, Referat Fotothek und Digitalisierungszentrum, Weimar

Silke Mehrwald, Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung, Kassel 

Barbara Günther, Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung, Kassel

Stefan Farber, Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, Düsseldorf 

Katharina Köpping, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin 

Klaus T. Weber, Universitätsbibliothek Mainz

Martin Iordanidis, hbz, Köln

Ramona Riedrich, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Potsdam

Kosmas Kaifel, Universität Ulm / kiz

Erika Mzyk, Bayerischer Rundfunk, München

 

Workshop-Programm zum Download