Langzeitarchivierung

Grafiken aus Digitalisierungsprojekten, elektronische Dissertationen, nicht-textuelle Materialien, digitale graue Literatur – ein stetig wachsender Teil der  Bibliotheksbestände besteht aus digitalen Informationen in verschiedenen Formaten, die gesammelt und zugänglich gemacht werden. Die Erhaltung der dauerhaften Benutzbarkeit dieser digitalen Daten stellt eine neue Herausforderung dar.

Während Bücher aus säurefreiem Papier einen nachweislichen Lebenszyklus von mehreren hundert Jahren aufweisen, so kann sich bei digital gespeicherten Materialien bereits nach wenigen Jahren die Frage stellen, ob und womit die Dateien noch geöffnet werden können. Bei ausschließlicher Speicherung auf digitalen Datenträgern ist ein Verlust von Forschungsergebnissen in nicht absehbarer Größenordnung die Folge. Die im Leibniz-Bibliotheksverbund Forschungsinformation (=Goportis) organisierten drei Zentralen Fachbibliotheken stellen sich – gemeinsam mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern - dieser Herausforderung.

Digitales Erbe muss erhalten bleiben
Die UNESCO Charta zur Bewahrung des Digitalen Kulturerbes (2003) definiert den Begriff des „digitalen Erbes“ als einzigartige Quelle, deren Zugang unter Beachtung des Rechts der Öffentlichkeit und des Rechts des Urhebers bewahrt werden muss.
Um dieses Ziel zu verfolgen müssen Standards und Strategien der Langzeitarchivierung implementiert werden:
„Kontinuität des digitalen Erbes ist von grundlegender Bedeutung. Um das digitale Erbe zu erhalten, sind Maßnahmen im gesamten Lebenszyklus der digitalen Information zu ergreifen, von der Erstellung bis zum Zugang. Die Langzeiterhaltung des digitalen Erbes beginnt mit der Entwicklung verlässlicher Systeme und Verfahren, die authentische und stabile digitale Objekte hervorbringen.“  (Art. 5, 1)

Nestor – das deutsche Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung veröffentlichte 2006 im „Memorandum zur Langzeitverfügbarkeit digitaler Informationen in Deutschland“ 18 Grundsätze, welche die Rahmenbedingungen für die Erhaltung des digitalen Erbes in Deutschland darlegen sollen. Die Rahmenbedingungen des Nestor-Memorandums unterteilen sich in die Themenbereiche „Verantwortung für die Langzeiterhaltung digitaler Informationen“, „Auswahl, Verfügbarkeit und Zugriff“, „Technische Vorkehrungen“ sowie „Vernetzung und Professionalisierung“.
Sowohl die UNESCO Charta, als auch Nestor beschreiben, dass der Prozess der Langzeitarchivierung sich auf die stets ändernden Rahmenbedingungen des technischen Ist-Zustands anpassen muss. Es gilt, Standards und Strategien zu entwickeln, implementieren und anzuwenden, die die Vollständigkeit, Authentizität und Benutzbarkeit des digital archivierten Materials gewährleisten.

Was leistet Goportis für die Langzeitarchivierung?
Goportis hat die Verantwortung der digitalen Langzeitarchivierung erkannt und erarbeitet zurzeit eine gemeinsame Langzeitarchivierungsstrategie. Durch Bündelung von Ressourcen, Wissen und Erfahrung werden geeignete Strategien zur dauerhaften Benutzbarkeit digitaler Daten entwickelt.
Goportis strebt eine gemeinsame technische Umsetzung an. Die Langzeitarchivierungsstrategie wird in einer Goportis Policy zur Langzeitarchivierung festgeschrieben werden.


Weiterführende Links:

UNESCO Charter on the Preservation of Digital Heritage

UNESCO Guidelines for the preservation of digital heritage

Nestor Deutsches Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung




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