Die naturwissenschaftliche Publikation, die eine Hauptrolle im Wissenserwerb spielt, ist nur der letzte Schritt in einem Prozess, dessen Grundlage und Bestandteile Wissenschaftliche Informationen von verschiedenster Ausprägung sein können. Durch die Vergabe von DOI-Namen als eindeutige Referenzierungen wird es möglich sein, auch solche nicht-textuellen Materialien in die Kataloge der Partner des Leibniz-Bibliotheksverbundes Forschungsinformation zu integrieren.
Aktuell und zukünftig entstehen neue Wege der wissenschaftlichen Kommunikation, die über die bisherigen Hauptinformationsträger wie Artikel und Bücher hinausgehen. Experimentelle Untersuchungsreihen liefern beispielsweise Forschungsprimärdaten, Visualisierungen, audiovisuelle Medien (AV-Medien), Modelle, Animationen und Simulationen. Mit der Zunahme nicht-textueller Materialien ergeben sich Bedarfe, die eine zukünftige Informationsversorgung nachhaltig beeinflussen. Visuelle Medien müssen adäquat elektronisch publiziert werden können, damit Kundinnen und Kunden wie Forscher, Lehrende und Lernende, befähigt werden, die Materialien zu finden und anzuwenden. Die eindeutige Referenzierung von Forschungsprimärdaten gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Die naturwissenschaftliche Publikation, die eine Hauptrolle im Wissenserwerb spielt, ist nur der letzte Schritt in einem Prozess, dessen Grundlage und Bestandteile Wissenschaftliche Informationen von verschiedenster Ausprägung sein können. Forschungsdaten beispielsweise werden analysiert, interpretiert und synthetisiert. Das Ergebnis dieses Prozesses ist eine Wissenschaftliche Veröffentlichung. Teil dieser Veröffentlichung sind Grafiken, Tabellen oder andere Bilder, die alleine für sich schon einen hohen Informationswert besitzen.
Während allerdings Wissenschaftliche Veröffentlichungen, nicht zuletzt durch Bibliotheken, problemlos zugänglich sind, bleiben diese nicht-textuellen Materialien in der Regel verloren.
Seit 1999 wird im Verlagswesen der Digital Object Identifier (DOI) verwendet um Verlinkungen zwischen Publikationen technisch einfach zu realisieren und nachzuvollziehen. Seit 2005 fungiert die Technische Informationsbibliothek (TIB) als DOI-Registrierungsagentur um auch Forschungsdaten auf diese Weise zugänglich und zitierfähig zu machen. Die Möglichkeit einer anerkannten Zitierung von Forschungsdaten erhöht nicht nur die Sichtbarkeit von diesen, sondern stellt auch eine starke Motivation für Wissenschaftler da, ihre Daten zu publizieren, um Wissenschaftliche Anerkennung durch Zitate zu erlangen.
Beispiele
Ein Forschungsdatensatz in GetInfo
Eine geologische Karte in GetInfo
Was kann Goportis?
Die Vergabe von DOI-Namen zur Referenzierung verschiedener nicht-textueller Materialien wird mittlerweile als Service durch alle Goportis-Partner über die Infrastruktur der TIB angeboten. Bis Ende 2009 wurden über 700.000 nicht-textuelle Objekte registriert.
Seit Sommer 2009 erfolgt die DOI-Registrierung von Forschungsdaten unter dem Namen DataCite in Kooperation mit der British Library, der Bibliothek der TU Delft, dem National Technical Information Center Denmark, dem L’Institut de l’Information Scientifique et Technique (INIST) aus Frankreich, der Bibliothek der ETH Zürich, dem Australian National Data Service (ANDS) dem Kanadischen Institute for Scientific and Technical Information (CISTI) und der California Digital Library (CDL). Ziel der Kooperation soll es sein, weltweit Forschern Methoden zur Verfügung zu stellen, die es ihnen ermöglichen, Forschungsdaten und andere nicht-textuelle Materialien sicher und eindeutig zu finden, zu identifizieren und zu zitieren.
Weitere Länder und Organisationen sind jederzeit willkommen, sich der Kooperation anzuschließen.
Ausführliche Informationen finden Sie unter:
http://www.tib-hannover.de/de/die-tib/doi-registrierungsagentur/
http://www.datacite.org
Publikationen zu dem Thema:
An approach for a joint global registration agency for research data
J. Brase, A. Farquhar, A. Gastl, H. Gruttemeier, M. Heijne, A. Heller et al
Information Services & Use,accepted for publication 29 (2009) 13–27
DOI 10.3233/ISU-2009-0595
ISSN 0167-5265
Der Digital Object Identifier (DOI) und die Verwendung zum Primärdaten-Management
J. Brase
Nestor-Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung
ISBN 978-3-940317-48-3
Zitierfähige Datensätze: Primärdaten-Management durch DOI
J. Brase & J. Klump
Wissenschaftskommunikation der Zukunft
in Schriften des FZ Jülich - Reihe Bibliothek, Band 18
ISBN 978-3-89336-459-6