Strategien zur digitalen Langzeitarchivierung

Als relevante Strategien der digitalen Langzeitarchivierung sind gegenwärtig vor allem Migration und Emulation zu nennen. Das Refreshing ist hier als ergänzende Strategie zu bewerten.
Die Strategie ein „Hardwaremuseum“ aufzubauen, scheint als langfristige Perspektive oder Strategie zur Langzeitarchivierung kaum geeignet zu sein.

Refreshing:
Ansatz: Daten vor drohendem Datenträgerausfall auf neue Datenträger (gleichen oder anderen Typs) kopieren.

Vorteile:
+ Risiko „Datenträgerausfall“ wird begegnet
+ Risiko „Verfügbarkeit von Wiedergabegeräten“ wird begegnet
+ Finanziell recht günstig zu realisieren
+ Verhältnismäßig leicht zu realisieren

Nachteile:
- Problem der Abhängigkeit von Software ungelöst
- Problem des Veraltens von Formaten nicht gelöst
- Ohne Kombination mit anderen Strategien der LZA nicht nachhaltig

Hardwaremuseum:
Ansatz: Sammeln von Hard- und Software aus unterschiedlichen Generationen, um Daten in ihrer Originalumgebung öffnen zu können.

Vorteile:
+ Daten können auf Originalgeräten und Originalsoftware gelesen werden
+ Ältere Software (so vorhanden) ist installier- und nutzbar
+ Veraltete Formate sind weiterhin auslesbar

Nachteile:
- Keine Lösung für dauerhaften Erhalt von Daten
- Schwierige Wartung alter Maschinen, da kaum Ersatzteile mehr vorhanden sind
- Bedienungskompetenz für Hard- und Softwarekomponenten nötig
- Relativ teuer und aufwändig

Migration:
Ansatz: Bevor Formate veralten, werden diese in einem aktuellen Format gespeichert

Vorteile:
+ Risiken „Verfügbarkeit von Betriebssystemen“ und „Verfügbarkeit von Software“ wird begegnet
+ dem Risiko des Veraltens von Formaten wird begegnet
+ Erhalt der Informationen in einem neuem, zeitgemäßen Format

Nachteile:
- Sehr aufwändig durch Bewertung von Formaten sowie Beobachtung der Entwicklung von Formaten
- Fortwährende Aufgabe, die regelmäßig wiederholt werden muss
- Schützt allein nicht vor Geräte- und Datenträgerobsoleszenz
- Bei Migrationen sind  Informationsverluste möglich

Emulation:
Ansatz: Alte Hard- und Softwareumgebung wird mittels eines Emulators „imitiert“.

Vorteile:
+ Risiken „Verfügbarkeit von Betriebssystemen“ und „Verfügbarkeit von Software“ wird begegnet
+ Dem Risiko des Veraltens von Formaten wird begegnet
+ Daten können weitgehend originalgetreu genutzt werden

Nachteile:
- Sehr aufwändig und teuer
- Es werden viele unterschiedliche Emulatoren (abhängig von Formaten und benötigter Software) benötigt
- Keine Sicherheit, dass Emulatoren auf zukünftigen Betriebs- und Dateisystemen lauffähig sind

Goportis verfolgt derzeit die Strategie der Migration.